Vorschau, Planung, Perfektion: das Potenzial von Smile Design in der digitalen Zahnheilkunde

21. Mai 2025

Dr. Kristina Baumgarten wuchs über der Zahnarztpraxis ihrer Eltern auf. Mit 14 Zahnärzten in der Familie war die Zahnheilkunde für sie daher nicht nur ein Beruf, sondern eine Berufung. Dank ihrer Leidenschaft für Präzision und Ästhetik fand sie schon früh ihre Nische in der digitalen Zahnheilkunde. Heute führt sie zusammen mit ihrem Mann, der Implantologe ist, sowie zwei weiteren Zahnärzten eine eigene Praxis, zu der auch ein Dentallabor gehört. In diesem exoBlog berichtet Kristina, wie sie ihr Dentallabor digitalisiert hat – und warum sie davon überzeugt ist, dass jedes Lächeln eine „Probefahrt“ verdient.

Q: Wie kamen Sie zur Zahnheilkunde? 

A: Ich bin künstlerisch veranlagt und arbeite gerne mit meinen Händen. Die Zahnheilkunde ist nicht nur bloße Theorie – man gestaltet etwas, arbeitet mit Patienten zusammen und erschafft etwas Schönes.

Q: Gibt es auch Schattenseiten des Berufs?

A: Wenn man selbstständig ist, trägt man Verantwortung für Personal und Technik – das ist ganz schön viel auf einmal. Meine Tochter begeistert sich ebenfalls für die Zahnheilkunde und ich denke mir manchmal, sie sollte lieber angestellt arbeiten, um diesen Stress nicht zu haben. Aber trotzdem liebe ich meinen Beruf. Jeder Tag bringt etwas Neues.

Q: Wie hat sich die Zahnheilkunde im Laufe Ihrer Karriere verändert?

A: Als ich anfing, war die professionelle Zahnreinigung in Deutschland noch nicht üblich. Der Schwerpunkt lag darauf, Probleme durch Bohren und Füllen zu beheben, anstatt vorzubeugen. Dann kam die digitale Zahnheilkunde und alles änderte sich.

Q: Wie waren Ihre ersten Erfahrungen mit der digitalen Zahnheilkunde?

A: Alles begann, als ich noch an der Uni war. Damals las ich einen Artikel über die ersten Scanner und war begeistert. Als ich meinem Vater sagte, dass wir unbedingt einen Scanner in der Praxis brauchen, wollte er sich damit aber nicht auseinandersetzen und meinte, er sei zu alt dafür. Das war vor 20 Jahren. Aber er sagte auch: „Ich vertraue dir. Wenn du glaubst, dass das deine Karriere voranbringt, kaufen wir einen Scanner.“ Und so kam es dann auch – wir kauften einen Scanner und begannen, mit CAD/CAM zu arbeiten.

Q: Wie hat sich der digitale Workflow seitdem entwickelt?

A: Am Anfang hatte ich viele Wünsche – zum Beispiel den ganzen Zahnbogen scannen zu können, ohne dabei die Zähne bepudern zu müssen. Erstmal waren da viel Verwirrung und Frustration, und vieles ging schief. Aber ich hatte immer die Vision, dass es eines Tages besser klappt. Mittlerweile sind alle meine Wünsche wahr geworden.

“Der Workflow ist heute viel planbarer – wir erkennen Probleme, bevor die Behandlung überhaupt beginnt.”

Q: Wie war es, ein eigenes digitales Dentallabor aufzubauen?

A: Wir haben ein hauseigenes Labor mit vier Zahntechnikern, die vor der Einführung von CAD/CAM analog gearbeitet haben. Heute nutzen sie DentalCAD. Uns fiel die Umstellung recht leicht, weil ich schon wusste, wie digitale Workflows funktionieren. Wenn alle gleichzeitig Neuland betreten, ist es deutlich schwieriger.

Q: Wie hat sich die Zusammenarbeit mit Ihrem Dentallabor im Zuge der Digitalisierung verändert?

A: Da es unser eigenes Labor ist, kann ich neue digitale Tools problemlos einführen. Der Workflow ist heute viel planbarer – wir erkennen Probleme, bevor die Behandlung überhaupt beginnt. Unsere Zahntechniker können meine Präparationen freigeben, während der Patient noch auf dem Stuhl sitzt. Das bedeutet weniger Nacharbeiten und weniger Stress.

“Ich weiß nicht, wie ich jemals ohne das Smile Creator Module ausgekommen bin. Es erleichtert das Abstimmen der Patientenerwartungen enorm.”

Q: Haben Sie ein Lieblingstool in der exocad Software oder generell in der digitalen Zahnheilkunde?

A: Ich liebe das Smile Creator Module und den Einsatz von Vorher-Nachher-Visualisierungen, um Gesichtsproportionen zu beurteilen. Das haben wir an der Uni nie gelernt, aber heute ist es essenziell. Ich weiß nicht, wie ich jemals ohne das Smile Creator Module ausgekommen bin.

Q: Wie hat das Smile Create Module das Patientenerlebnis verändert?

A: Es geht vor allem darum, realistische Erwartungen zu schaffen. Patienten sollten ihr neues Lächeln „Probe fahren“ können, so wie ein Auto. Die Visualisierungen helfen ihnen, zu verstehen, was machbar ist und was nicht.

Ich erinnere mich an einen Fall, als ich noch in einem Dentallabor gearbeitet habe. Eine Patientin wollte damals so aussehen wollte wie Heidi Klum. Also haben wir die Zähne anhand eines Fotos entsprechend gestaltet. Die Patientin war aber eine ältere Dame, die Heidi Klum gar nicht ähnlich sah, und das neue Lächeln sah furchtbar aus. Mit dem Smile Creator Module können wir die Erwartungen der Patienten viel besser steuern.

Q: Welchen Rat geben Sie Zahnärzten oder Dentallaboren, die in den digitalen Bereich einsteigen?

A: Scheuen Sie sich nicht, den Partner zu wechseln, wenn der aktuelle nicht offen für digitale Prozesse ist. Lernen Sie von denen, die schon Erfahrung haben – das spart langfristig viel Zeit.

Q: Wie nutzen Sie die iTero Design Suite?

A: Wir beginnen gerade erst mit der Integration und sie fühlt sich an wie das letzte fehlende Puzzleteil im Workflow. Bisher lässt sich die Suite einfach bedienen und ermöglicht uns, noch mehr Prozesse intern abzuwickeln.

Q: Haben Sie einen Lieblingszahn?

A: Die mittleren Schneidezähne. Sie können das Lächeln und das Selbstbewusstsein eines Menschen komplett verändern.

Q: Wie sieht Ihr perfekter Wochenend-Ausflug aus?

A: Ein Ausflug mit unseren Islandpferden. Meine Kinder nehmen an Turnieren teil; ich genieße einfach die Ruhe. Neulich waren wir bei einem wunderschönen Turnier auf einem Schloss.

Q: Welchen Rat würden Sie Ihrem jüngeren Ich geben?

A: Ich hätte nie gedacht, dass das Leben manchmal so hart sein kann. Es gibt Irrungen und Wirrungen, wie die chronische Erkrankung meiner Tochter. Aber am Ende hat sich alles gefügt. Mein Rat: weitermachen.

Q: exocad in einem Wort?

A: Visionär. exocad ist seinem Kurs treu geblieben, hat an das große Ganze geglaubt und einfach weitergemacht.

Bio Image Kristina Baumgartner

 

Dr. Kristina Baumgarten ist Inhaberin der Praxis Zahnärzte Baumgarten in Siegen und spezialisiert auf ästhetische Zahnheilkunde, digitale Workflows und Aligner-Therapie. Sie ist zertifizierte Digital Smile Design Zahnärztin und internationale Referentin für digitale Prozesse und Aligner-Therapie. Dr. Baumgarten ist zudem Vizepräsidentin der deutschen Gesellschaft für interdisziplinäre Aligner-Therapie. Sie finden ihre Arbeit auf Facebook, Instagram und LinkedIn.


von Caitlan Reeg
Texterin bei exocad

Caitlan Reeg verbringt ihre Tage damit, der Welt von den Innovationen erzählen, die ihre Kollegen entwickeln. Gesundheitsthemen, Technologien und die Art und Weise, wie diese beiden Bereiche ineinandergreifen, um unser Leben zu verbessern, begeistern sie. Früher hat Caitlan als Journalistin bei Dow Jones Newswires in Frankfurt und beim nationalen öffentlichen Radiosender Marketplace in Los Angeles gearbeitet.

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