In Japan die Zukunft gestalten
Die digitale Zahnheilkunde gewinnt in Japan zunehmend an Bedeutung. In einem Bereich, der stark von handwerklicher Tradition geprägt ist, vollzieht sich der Wandel aber nur langsam. Takahiro Tsuji, CEO von und Gründer von Digital Formation Inc., möchte diese Lücke schließen. In seinem Schulungszentrum unterstützt er Zahnärzte und Zahntechniker dabei, moderne Technologien wie Intraoralscanner, CAD-Design und insbesondere exocad Software einzusetzen. Vom Smile Creator Module bis zum DICOM Viewer Module zeigt Takahiro, wie exocad komplexe Workflows vereinfacht und warum digitale Kompetenz für die Zukunft japanischer Dentallabore unverzichtbar ist.

Takahiro kehrte der Zahnheilkunde kurzzeitig den Rücken zu und arbeitete als Tauchlehrer.
Q: Wie sind Sie zur Dentalbranche gekommen und was war für Sie der Anlass, ein eigenes Schulungszentrum aufzubauen?
A: Als Jugendlicher wollte ich Architekt oder Zahntechniker werden, weil ich schon immer gerne Dinge erschaffen habe. Da es in meiner Stadt eine Zahntechnikschule gab, entschied ich mich letztlich für diesen Weg.
Zwischen meinem 25. und 28. Lebensjahr verließ ich die Branche jedoch und arbeitete als Tauchlehrer in Australien und Fidschi. Außerdem verbrachte ich einige Zeit in Kanada, um Snowboard zu fahren. Damals hat mich die Zahntechnik ziemlich gelangweilt.
Mit 29 lernte ich dann jedoch den Besitzer eines Dentallabors in Kanada kennen, wo ich meine Leidenschaft für den Beruf wiederfand. Ich kehrte nach Japan zurück und arbeitete in einem Labor in Osaka, wo ich Implantatarbeiten und CAD-Design erlernte. Vor fünfzehn Jahren gründete ich schließlich mein eigenes Labor, Dental BIOVISION Inc., und vor vier Jahren eröffnete ich ein Schulungszentrum, in dem die Nutzung digitaler Dentalgeräte und -software wie Intraoralscanner und CAD-Design gelehrt wird.
Q: Sie nutzen exocad Software inzwischen sehr intensiv, besonders DentalCAD und das Smile Creator Module. Was waren Ihre ersten Eindrücke und was gefällt Ihnen besonders?
A: Als erstes ist mir die Benutzerfreundlichkeit der exocad Software aufgefallen. Die Software ermöglicht effizientes Arbeiten mit sehr wenig Stress – lange Wartezeiten gehören der Vergangenheit an. Besonders schätze ich das Smile Creator Module, das sich hervorragend für die ästhetische prothetische Diagnostik eignet. Durch die Überlagerung von Gesichtsfotos und Designs entstehen starke visuelle Hilfsmittel für die Kommunikation zwischen Zahnärzten und Patienten.
Q: Was ist Ihre Lieblingsfunktion in der exocad Software?
A: Wir nutzen exocad immer dann, wenn wir mehrere digitale Datensätze überlagern müssen. Die Überlagerungsfunktion ist hervorragend.
Q: Sie erwähnten, dass Sie auch iTero in Ihrem Workflow einsetzen. Wie sieht Ihr digitaler Workflow genau aus – vom Scan bis zur fertigen Restauration?
A: Wir importieren die iTero Scandaten nahtlos in DentalDB für das Design. Die meisten prothetischen Designs werden gefräst, daher brauchen wir nur selten einen 3D-Drucker. Bei ästhetischen Fällen überlagern wir Fotos und Scans, um aussagekräftige Visualisierungen zu erhalten, die Zahnärzten und Patienten beim Verständnis des Behandlungsplans helfen.
Q: Welche Funktionen in DentalCAD haben für Ihr Labor den größten Unterschied gemacht?
A: Am wichtigsten ist für mich das DICOM Viewer Module. Wir können DICOM-Daten importieren, konvertieren und Schwellenwerte anpassen. So lassen sich Kiefer- und Gesichtsscans sowie optische Scandaten präzise überlagern – selbst wenn unterschiedliche Achsen verwendet wurden. Das DICOM Viewer Module ist besonders effektiv für digitale Aufstellungen sowie für Kronen- und Brückendesigns, bei denen chirurgische und ästhetische Aspekte berücksichtigt werden müssen.
Q: Können Sie uns einen aktuellen Fall schildern, bei dem Sie mit exocad Software großartige Ergebnisse erzielt haben?
A: Ja. Wir haben das DICOM Viewer Module kürzlich in einem Fall eingesetzt, bei dem die Überlagerung essenziell für die Diagnostik war. Der Fall befindet sich gerade in der Austauschphase und ich beginne bald mit dem finalen prothetischen Design. Nach Abschluss der Behandlung möchte ich den Fall präsentieren.
“Ich bin beeindruckt von der Freiheit, die exoplan beim Design von Bohrschablonen bietet. exoplan entwickelt sich rasant zu meiner ‚Hero-Software‘.”
Q: Was ist Ihr persönliches „Hero-Tool“, das Sie zu einem Helden der digitalen Zahnheilkunde macht?
A: Die Implantatplanungssoftware exoplan ist seit Kurzem in Japan verfügbar und ich bin beeindruckt von der Freiheit, die exoplan beim Design von Bohrschablonen bietet. exoplan entwickelt sich rasant zu meiner „Hero-Software“. Zum Beispiel können Daten von Röntgenschablonen direkt als Bohrschablone verwendet werden – das ist ein Riesenvorteil.
Q: Wie beurteilen Sie den Digitalisierungsgrad in japanischen Dentallaboren und Zahnarztpraxen?
A: Meiner Meinung nach liegt Japan im internationalen Vergleich zurück. Das liegt unter anderem an einer tief verwurzelten Handwerkstradition, die analoge Methoden bevorzugt. In meinen Seminaren vermittle ich daher nicht nur den Umgang mit den Tools, sondern auch die Vorteile digitaler Technologien.
Q: Welche Rolle spielen Schulungen und digitale Kompetenz für die Zukunft der Dentallabore in Japan?
A: Rund 90 Prozent der Labore in Japan sind kleine Betriebe mit fünf oder weniger Mitarbeitern, und etwa die Hälfte der Techniker ist über 50 Jahre alt. Digitalisierung ist daher dringend notwendig, aber schwer umzusetzen – besonders angesichts der hohen Investitionskosten. Qualifizierte Schulungsangebote sind noch rar, daher möchte ich weiterhin Kurse anbieten, in denen Zahnärzte und Zahntechniker gemeinsam lernen und digitale Kompetenz entwickeln.
Q: Welche besonderen Herausforderungen und Trends prägen die Dentalbranche in Japan?
A: Die größte Herausforderung ist das nationale Krankenversicherungssystem, das Basisbehandlungen abdeckt, jedoch Implantate, ästhetische Behandlungen und Intraoralscans ausschließt. Daher ist die digitale Kompetenz der Patienten oft gering und viele wissen nicht einmal, dass sie diese Leistungen privat bezahlen müssen. Gleichzeitig prägt die alternde Bevölkerung die Nachfrage – geriatrische Versorgung wird zu einem zentralen Zukunftsthema.
Q: Haben Sie einen Lieblingszahn?
A: Die unteren Prämolare. Es ist überraschend schwer, sie gut auszuformen.
Q: Welches Lied hören Sie aktuell am liebsten?
A: „Perfect” von Ed Sheeran. Ich habe ihn letztes Jahr sogar live gesehen und singe das Lied manchmal beim Karaoke.
Q: Welchen Rat würden Sie Ihrem jüngeren Ich geben?
A: Nimm das Englischlernen ernster! Das hätte mir geholfen, mehr internationale Kontakte zu knüpfen und früher ein erstklassiger Zahntechniker zu werden.
Q: exocad in einem Wort?
A: Liebe. Jeder liebt exocad.
Takahiro Tsuji ist CEO von Dental BiOVISION Inc., das er 2010 gegründet hat, sowie von Digital Formation Inc., gegründet 2021. Er machte seinen Abschluss am Asahikawa Dental Technician College in Hokkaido, Japan. Als Zahntechniker mit Spezialisierung auf Implantatprothetik ist er Mitglied der Japanese Society of Oral Implantology und des Osseointegration Study Club of Japan. Er ist zertifizierter Zahntechniker der Japan Academy of Dental Technology Association, Schulungsreferent der Japan Dental Technologists Association sowie zertifizierter Implantat-Spezialist (Dental Technician) beim International Congress of Oral Implantologists. Folgen Sie Takahiros Arbeit auf Facebook, und Instagram.

von Caitlan Reeg
Texterin bei exocad
Caitlan Reeg verbringt ihre Tage damit, der Welt von den Innovationen erzählen, die ihre Kollegen entwickeln. Gesundheitsthemen, Technologien und die Art und Weise, wie diese beiden Bereiche ineinandergreifen, um unser Leben zu verbessern, begeistern sie. Früher hat Caitlan als Journalistin bei Dow Jones Newswires in Frankfurt und beim nationalen öffentlichen Radiosender Marketplace in Los Angeles gearbeitet.