Gute Planung. Exzellente Ergebnisse.
Dr. Alexis Ioannidis, Referent bei exocad Insights 2026, weiß: Großartige Zahnheilkunde beginnt mit einem Plan. Aufgewachsen in einer Familie von Zahnärzten, kam er früh mit digitalen Workflows in Berührung und verbindet seitdem klinische Tätigkeit, Lehre und Forschung. In diesem exoBlog berichtet Alexis, wie Tools wie TruSmile™ Video und TruSmile™ Photo neue Maßstäbe setzen, warum eine gute Patientenkommunikation entscheidend ist und was die Zuhörer bei seinem Vortrag zum Thema „Pläne in Ergebnisse umwandeln: Kommunikation ist der Schlüssel“ bei exocad Insights 2026 erwartet.
Q: Was hat Sie ursprünglich zur Zahnheilkunde geführt?
A: Das war eigentlich ganz einfach. Meine Mutter, meine Tante und mein Onkel sind Zahnärzte, und auch mein Cousin, der zwei Jahre älter ist als ich, hat Zahnmedizin studiert. Ich bin sehr früh mit dem Beruf in Berührung gekommen und es kam nichts anderes in Frage für mich.
Q: Erinnern Sie sich an Ihre ersten Erfahrungen mit exocad?
A: Ein Zahntechniker schickte mir einen webview Link, um ein Fall‑Design zu begutachten. Damals war das etwas völlig Neues. Ich musste nichts installieren, sondern konnte den Link einfach öffnen, mir das Design ansehen und direkt darüber sprechen. Ich erinnere mich noch gut, wie ich das lilafarbene Interface zum ersten Mal gesehen habe – es war überraschend einfach und intuitiv.
Q: Gab es einen Moment, in dem Ihnen klar wurde, dass digitale Zahnheilkunde nicht die Zukunft, sondern bereits die Gegenwart ist?
A: Sehr früh in meiner Karriere. Eine meiner ersten Stellen nach dem Studium war in der ehemaligen Praxis von Prof. Dr. Werner Mörmann, einem der Erfinder des ersten Intraoralscanners. Die Technologie selbst wurde bereits Mitte der 1980er‑Jahre entwickelt, lange bevor ich dort tätig war, aber die Praxis pflegte enge Kooperationen mit der Industrie. Als junger Zahnarzt hatte ich die Möglichkeit, Prototypen von Scannern und Software vor der Markteinführung zu testen. Digitale Workflows waren einfach Teil des Praxisalltags. Für mich fühlte sich das nie wie eine „neue Entwicklung“ an, es war von Anfang an normal.
„TruSmile Video und TruSmile Photo sind echte Gamechanger. Sie ermöglichen Simulationen, die in der analogen Zahnheilkunde nicht möglich sind.“
Alexis gibt hier einen Vorgeschmack auf die Inhalte seines Vortrags bei exocad Insights 2026 auf Mallorca.
Q: Wie integrieren Sie die Software heute in Ihren Arbeitsalltag und wie beurteilen Sie aktuelle Releases wie DentalCAD 3.3 Chemnitz?
A: Ich erhalte hauptsächlich Designs von Dentallaboren und die Software verbessert die Kommunikation erheblich. TruSmile Video und TruSmile Photo sind echte Gamechanger. Sie ermöglichen Simulationen, die in der analogen Zahnheilkunde nicht realisierbar sind. Die Darstellungen wirken extrem realistisch und die Planung wird deutlich klarer. Auch die Kommunikation mit den Patienten verbessert sich spürbar. An der Universität Zürich, mit der ich weiterhin eng zusammenarbeite, führen wir klinische Studien durch, in denen wir untersuchen, wie Patienten und Zahnärzte diese Videosimulationen wahrnehmen. Die vorläufigen Ergebnisse sind sehr spannend und einige Resultate werden bei exocad Insights präsentiert.
„Die zentrale Botschaft meines Vortrags bei exocad Insights ist die Bedeutung einer klaren Planung und einer aktiven Einbindung der Patienten.“
Q: Apropos exocad Insights 2026. Können Sie uns eine zentrale Erkenntnis aus Ihrem Vortrag „Pläne in Ergebnisse umwandeln: Kommunikation ist der Schlüssel“ verraten?
A: Sehr gerne. Die Kernbotschaft meines Vortrags ist, dass eine klare Planung und eine sinnvolle Einbindung der Patienten im Mittelpunkt stehen müssen. Man sollte immer mit einem Plan beginnen. Zahnärzte sind darauf trainiert, mit den Händen zu arbeiten – doch der erste Schritt sollte immer das Denken sein. Gerade bei komplexen Fällen ist es entscheidend, einen Schritt zurückzutreten, das Gesamtbild zu betrachten und einen klaren Behandlungsplan zu entwickeln, bevor man mit der Behandlung beginnt. Und die Patienten sollten aktiv in die Entscheidungsfindung einbezogen werden. Früher haben Zahnärzte oft allein entschieden. Heute sollten Patienten ihre Optionen verstehen und bewusst mitentscheiden. Tools wie TruSmile Video und TruSmile Photo erleichtern Visualisierung und Kommunikation enorm.
Q: Warum wird Ihrer Meinung nach die minimalinvasive Prothetik manchmal unterschätzt?
A: Die Prothetik ist zunehmend biologisch ausgerichtet. Die Biologie bildet das Fundament. Ästhetik und Funktion sind wichtig, aber die Biologie steht an erster Stelle. Der Erhalt biologischer Strukturen erfordert minimalinvasive Konzepte. Das wiederum bedingt eine sehr präzise Planung und eine enge Zusammenarbeit zwischen Klinik und Labor – insbesondere in digitalen Workflows.
Manche Behandler bevorzugen standardisierte Präparationen, weil sie manuell einfacher umzusetzen sind. Doch minimalinvasive Zahnmedizin erfordert eine individuelle Planung. Nicht jeder Zahn benötigt die gleiche Herangehensweise – manchmal ist gar keine Präparation notwendig. Ohne sorgfältige Planung wird jedoch häufig direkt mit dem Bohren begonnen, anstatt zunächst das größere Gesamtbild zu betrachten.
Q: Gibt es einen kleinen digitalen Schritt, der in der Praxis einen großen Unterschied macht?
A: Die Anschaffung eines Intraoralscanners. In der Schweiz verfügen bereits etwa 50 % der Praxen über einen solchen Scanner. Er ist weit mehr als nur ein Ersatz für konventionelle Abdrücke. Man kann Scans überlagern, klinische Situationen vergleichen, Präparationsbereiche visualisieren und wesentlich präziser planen. Für mich ist das der wichtigste erste Schritt.
Q: Sie sind in Lehre, Forschung und Praxis gleichermaßen aktiv. Was begeistert Sie besonders am Unterrichten?
A: Zu sehen, wie andere wachsen. Ich sehe keinen Sinn darin, Wissen für mich zu behalten. Je mehr wir teilen, desto mehr profitieren die Patienten. Es ist sehr erfüllend, wenn jemand das, was man vermittelt hat, weiterentwickelt und in verbesserter Form an die nächste Generation weitergibt. Lehren hält mich zudem selbst wachsam. Ich muss auf dem neuesten Stand bleiben und meine eigenen Denkweisen ständig hinterfragen. Ich kann keinen Stoff vermitteln, der zehn Jahre alt ist. Ich muss dem Thema sogar ein kleines Stück voraus sein.
Q: Was begeistert Sie trotz Ihrer langen Erfahrung immer noch an der Zahnheilkunde?
A: Wir leben in einer äußerst spannenden Zeit. Es gibt viele digitale Tools, aber die Vernetzung zwischen den Systemen ist oft noch unzureichend. Das verbessert sich zunehmend, und ich hoffe, dass die Unternehmen weiterhin auf offene und kompatible Systeme setzen. Mit dem Aufkommen von KI in den letzten Jahren eröffnen sich völlig neue Möglichkeiten. Diese kontinuierliche Entwicklung macht die Zahnheilkunde so spannend.
Q: Worauf freuen Sie sich bei exocad Insights besonders?
A: Ich werde zum ersten Mal auf Mallorca sein, was mich sehr freut. Die Insel soll ja wunderschön sein. Außerdem ist es mein erstes exocad Insights Event, und ich habe nur Positives über die Atmosphäre gehört – großartige Menschen in einem großartigen Umfeld.
Q: Wenn Sie kein Zahnarzt geworden wären, was hätten Sie stattdessen gemacht?
A: Ich hatte mal über eine Hotelfachschule nachgedacht. Die Hotellerie fasziniert mich sehr. Seit der Eröffnung meiner eigenen Praxis im Januar konnte ich viele Hospitality‑Konzepte in das Patientenerlebnis integrieren – etwa, Patienten wie Gäste zu behandeln. Außerdem interessiere ich mich sehr für Grafikdesign, was sich in der Gestaltung meiner Vorträge und Präsentationen widerspiegelt.
Q: Was ist der beste Rat, den Sie je erhalten haben?
A: Meine Mutter hat mir als Kind gesagt, dass niemand als Meister geboren wird. Wahres Können erfordert Arbeit. Dieser Rat ist mir immer im Gedächtnis geblieben. Und sie hatte recht.
Q: exocad in einem Wort?
A: Präzision.
Dr. Alexis Ioannidis, PD Dr. med. dent., schloss 2009 sein Zahnmedizinstudium an der Universität Zürich ab. Dort machte er auch seine Fachausbildung in rekonstruktiver Zahnmedizin, gefolgt von einem Forschungsaufenthalt in Athen. 2021 erhielt er die Venia Legendi für minimalinvasive Prothetik. Bis Oktober 2025 leitete er die Abteilung für festsitzende Prothetik an der Universität Zürich. Seit 2025 führt er zudem eine eigene Privatpraxis in Zürich. Alexis ist anerkannter Fachzahnarzt für rekonstruktive Zahnmedizin der Schweizerischen Gesellschaft für Rekonstruktive Zahnmedizin und besitzt Masterabschlüsse in oraler Implantologie sowie Parodontologie der Universität Zürich. Seine klinische und wissenschaftliche Tätigkeit konzentriert sich auf minimalinvasive Restaurationen, Implantologie und digitale Technologien in der Prothetik. Er hat zahlreiche Publikationen in internationalen Fachzeitschriften veröffentlicht, an Lehrbüchern mitgewirkt und ist weiterhin mit der Klinik für Rekonstruktive Zahnmedizin der Universität Zürich verbunden. Folgen Sie der Arbeit von Alexis auf Instagram.

von Caitlan Reeg
Texterin bei exocad
Caitlan Reeg verbringt ihre Tage damit, der Welt von den Innovationen erzählen, die ihre Kollegen entwickeln. Gesundheitsthemen, Technologien und die Art und Weise, wie diese beiden Bereiche ineinandergreifen, um unser Leben zu verbessern, begeistern sie. Früher hat Caitlan als Journalistin bei Dow Jones Newswires in Frankfurt und beim nationalen öffentlichen Radiosender Marketplace in Los Angeles gearbeitet.