Gen Z fürs Labor begeistern
Viele Dentallabors fragen sich, wie sie offene Stellen besetzen sollen, wenn ihre besten Mitarbeiter in den Ruhestand gehen. Es ist nach wie vor eine Herausforderung, junge, motivierte Menschen für diesen Bereich zu gewinnen. Wie Amy Tate, Zahntechnikerin in Ausbildung, erklärt, können moderne Technologien und digitale Workflows ein echter Anreiz für den Einstieg in die Branche sein. Amy Tate verrät, was ihrer Meinung nach der Schlüssel ist, um die nächste Generation für die Laborarbeit zu begeistern.
Q: Erzählen Sie uns ein bisschen von Ihrem Hintergrund. Wie sind Sie zur Zahntechnik gekommen?
A: Ehrlich gesagt hatte ich das überhaupt nicht geplant. Der größte Einfluss war mein Onkel Steve Campbell – er hat sein eigenes Dentallabor. Ich bin jetzt 21, und als er Nexus gründete, war ich etwa 11. Ich habe gesehen, wie das Unternehmen gewachsen ist und wie viel er gereist ist. Ich wollte schon immer einen Job, bei dem man reisen kann, und das hat mich inspiriert.
Nach dem College habe ich ihm gesagt, dass das, was er macht, interessant aussieht, und gefragt, ob ich ein paar Tage reinschnuppern darf. Ich war dann im Labor, habe alle kennengelernt und fand es richtig gut. Danach habe ich ihn angerufen und um einen Vollzeitjob gebeten – so hat alles angefangen!
Q: Wie haben Sie die ganzen Abläufe gelernt, vor allem die digitale Seite?
A: Ich wurde einfach ins kalte Wasser geworfen! Ich habe im Druckerraum angefangen – da lässt Steve neue Leute gern starten, weil man dort die Software kennenlernt, ohne dass es zu kompliziert wird. Ich habe im September angefangen und zwei Wochen später meinen College-Kurs begonnen. Das hat sich super ergänzt: Lernen im Job und in der Schule gleichzeitig.
Q: Wie viel von Ihrer Arbeit ist digital und wie viel praktisch?
A: Im Labor ist die Arbeit fast komplett digital, aber im College liegt der Fokus auf praktischen Fähigkeiten. So bekomme ich beides: Hands-on in der Schule und digitale Gestaltung im Job. Mit Keramik habe ich noch nicht gearbeitet, aber das kommt nächstes Jahr – darauf freue ich mich total.
Q: War der digitale Aspekt ein wichtiger Grund, warum Sie in diesen Beruf wollten?
A: Auf jeden Fall! Das hat mich richtig angezogen. Ich habe schon immer digitale Kunst geliebt. Als Kind habe ich ständig auf meinem Tablet gezeichnet. Für mich war das ein natürlicher Schritt, etwas Kreatives und Digitales zu machen. Ohne diesen Aspekt hätte mich der Job wahrscheinlich nicht so interessiert.
„DentalCAD konnte ich mir wirklich sehr einfach aneignen, vermutlich weil ich mit Technologie aufgewachsen bin."
Q: Wie schwer war es für Sie, den Umgang mit exocad zu erlernen?
A: DentalCAD konnte ich mir wirklich sehr einfach aneignen, vermutlich weil ich mit Technologie aufgewachsen bin. Am Anfang mochte ich den Wizard-Modus – der führt einen Schritt für Schritt durch alle Aufgaben, was gerade am Anfang super ist. Jetzt arbeite ich lieber im Expertenmodus, weil ich da die volle Kontrolle habe.
Q: Welchen Tipp würden Sie jemandem geben, der gerade mit exocad anfängt?
A: Starten Sie mit dem Wizard-Modus – der ist mega hilfreich. Und nutzen Sie unbedingt die Support-Seiten und Tutorials. Die haben mir am Anfang echt geholfen, selbstständiger zu arbeiten.
Q: Haben Sie ein Lieblingstool in der Software?
A: Ich liebe das Tool zum Kopieren und Spiegeln! Damit sehen Designs natürlicher und harmonischer aus, gerade wenn die Anatomie des Patienten besonders ist. Und ich mag die neuen Tools, die gerade kommen – wie Instant Anatomic Morphing im Kettenmodus, mit dem man verbundene Teile bei Fällen mit mehreren Einheiten zusammen bewegen kann. Das ist super effizient.
„Viele in meinem Alter denken, Dentallabore sind altmodisch – dabei sind sie total modern und entwickeln sich ständig weiter.“
Q: Was könnte die Branche tun, um mehr junge Leute anzuziehen?
A: Das ist echt eine große Frage. Ehrlich gesagt: Wenn mein Onkel nicht in der Branche wäre, hätte ich wahrscheinlich nie von diesem Job gehört. Es müsste viel mehr Awareness geben – vor allem auf Instagram und TikTok – um zu zeigen, wie kreativ und high-tech Dentallabore heute sind.
Viele in meinem Alter denken, Dentallabore sind altmodisch – dabei sind sie total modern und entwickeln sich ständig weiter. In den anderthalb Jahren, in denen ich dabei bin, gab es schon neue Software und neue Updates. Es geht immer voran, Stillstand gibt es nicht.
Q: Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?
A: Ich möchte meinen Master-Abschluss machen und später Vorträge halten oder unterrichten. Ich würde gern reisen, mein Wissen teilen und an Innovationen mitarbeiten – nicht jeden Tag dasselbe machen.
Q: Haben Sie einen Lieblingszahn?
A: Wahrscheinlich die Seitenzähne! Ich liebe Frontzahnarbeiten, und bei den Seitenzähnen kann man mehr Persönlichkeit reinbringen. Die müssen nicht perfekt symmetrisch sein und man kann kreativ werden.
Q: Welche Musik hören Sie im Moment?
A: „1999" von Charli XCX – das läuft bei mir rauf und runter!
Q: Und ein Wort, das Ihnen zu „exocad“ einfällt?
A: Innovation.
Q: Möchten Sie noch etwas hinzufügen?
A: Ich finde es wichtig, zu zeigen, dass es junge Leute in diesem Beruf gibt! Manchmal wirkt es so, als wären alle älter, und ich würde mich freuen, wenn mehr in meinem Alter dazukommen. Es wäre toll, eine Community für junge Zahntechniker und Zahntechnikerinnen zu haben – um Ideen auszutauschen und voneinander zu lernen.
Amy Tate ist Zahntechnikerin in Ausbildung im Nexus Dental Laboratory in Großbritannien. Sie liebt ihren Job, weil sie Kreativität mit Präzision verbinden kann, um Menschen ein selbstbewusstes Lächeln zurückzugeben. Sie freut sich darauf, ihr Wissen zu erweitern und eine voll ausgebildete Zahntechnikerin zu werden.

von Caitlan Reeg
Texterin bei exocad
Caitlan Reeg verbringt ihre Tage damit, der Welt von den Innovationen erzählen, die ihre Kollegen entwickeln. Gesundheitsthemen, Technologien und die Art und Weise, wie diese beiden Bereiche ineinandergreifen, um unser Leben zu verbessern, begeistern sie. Früher hat Caitlan als Journalistin bei Dow Jones Newswires in Frankfurt und beim nationalen öffentlichen Radiosender Marketplace in Los Angeles gearbeitet.