Digitale Transparenz schafft Akzeptanz

6. Juni 2025

Dr. Axel Zöllner ist Zahnarzt in dritter Generation. Nach Stationen in Deutschland, Südafrika, der Schweiz und den USA bringt er heute seine umfassende Expertise in seiner Privatpraxis in Witten ein. exocad hat ihn dort besucht, um seinen digitalen Workflow kennenzulernen – vom ersten Scan bis zur fertigen Restauration – und um zu erfahren, wie Softwarelösungen die Praxisarbeit effizienter und patientenorientierter machen.

Q: Wie kamen Sie erstmals mit der digitalen Zahnheilkunde und exocad in Berührung?

A: Ich bin auf Prothetik spezialisiert und hatte hier in Witten das große Glück, mit dem Digital Competence Center zu arbeiten – Frank Löhring und Dirk Langner sind echte Pioniere auf diesem Gebiet und arbeiten seit Jahren mit exocad. Durch sie sind wir früh mit digitalen Workflows in Kontakt gekommen. Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist: Ich habe einen Abdruck genommen, bin ins Labor hoch und dachte nur: Die sind uns weit voraus. Das war mein erster Kontakt mit exocad. Als wir später intraorale Scanner eingeführt haben, wurde mir dann wirklich bewusst, wie essenziell das Verständnis der digitalen Schnittstellen ist. Von da an bin ich Schritt für Schritt tiefer eingestiegen.

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Dr. Axel Zöllner erläutert, wie eine optimierte Kommunikation zwischen Zahnarztpraxis und Dentallabor den Implantatprozess reibungsloser, intelligenter und effizienter gestalten kann.

Q: Welche exocad Software setzen Sie ein?

A: Tatsächlich nutzen wir nahezu das gesamte Spektrum. Durch unsere Arbeit in Forschung und Lehre haben wir Zugang zu allen Modulen. Besonders begeistert sind wir vom Smile Creator Module – ein starkes Tool zur Visualisierung, sowohl für die eigene Planung als auch zur Aufklärung der Patientinnen.

„Für Zahnärzte fühlt sich der Einstieg in digitale Workflows manchmal an wie das Erlernen einer neuen Sprache. Aber sobald man das Vokabular versteht, eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten.“

Q: Gibt es Funktionen, die Ihrer Meinung nach viele Zahnärzte gar nicht kennen?

A: Definitiv. Schon einfache Begriffe wie „Szene speichern“ oder „Mesh hinzufügen“ sind vielen unbekannt; dabei sind sie extrem nützlich. Zahntechniker kennen sich da oft besser aus. Wir müssen lernen, in digitalen Kategorien zu denken. Für Zahnärzte fühlt sich der Einstieg in digitale Workflows manchmal an wie das Erlernen einer neuen Sprache. Aber sobald man das Vokabular versteht, eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten.

Q: Haben Sie ein persönliches Lieblingstool?

A: Ich arbeite sehr gern mit dentalshare – für uns ein echter Gamechanger. Die Kommunikation mit dem Labor wird damit deutlich einfacher und effizienter. Aber grundsätzlich gefallen mir viele der Funktionen und Tools: Bei umfangreichen Versorgungen modellieren wir immer zunächst anatomisch, drucken eine Testversion, setzen sie ein und führen dann einen erneuten intraoralen Scan durch, um die Daten zu präzisieren. Besonders bei ästhetisch gestalteten Kontaktpunkten ist es enorm hilfreich, dass ich die exakte Datei via iTero ans Labor schicken kann – die Umsetzung erfolgt dann präzise auf Basis dieser Daten.

Q: Welchen Einstieg empfehlen Sie Kollegen, die zum ersten Mal mit digitalen Workflows arbeiten?

A: Im Rahmen des DGI-Curriculums findet das vierte Modul bei uns in der Praxis statt – bewusst in kleiner Runde mit maximal zehn Teilnehmenden, idealerweise fünf Zahnärzte mit ihren Zahntechnikern. Die Fragen sind oft sehr grundlegend: „Wie organisiere ich meine Daten?“, „Wie importiere/exportiere ich?“, „Welches Format nutze ich wofür?“

Wir lassen Zahntechniker scannen wie Zahnärzte und umgekehrt. Es geht um das praktische Erleben. Da stößt man schnell auf Fragen wie „Möchten Sie die Durchdringungen beschneiden?“ und man denkt sich: Natürlich nicht, ich arbeite doch präzise! Aber man versteht erst mit der Zeit, was die Software damit meint. Gleiches gilt für „Equilibrieren“ – ein Begriff, der letztlich nur bedeutet, den Biss auszugleichen.

„Manchmal führe ich meine Patienten durch die Praxis und zeige ihnen, wie ihre Daten durch die einzelnen Workflowschritte laufen – das schafft echtes Vertrauen und sorgt für Transparenz.“

Q: Wie hat sich das Patientenerlebnis durch den digitalen Workflow verändert?

A: Der entscheidende Schritt war der Wechsel zu digitalen Scans. Das merken Patienten sofort. Ich führe sie manchmal durch die Praxis und zeige ihnen, wie ihre Daten durch die einzelnen Workflowschritte laufen – das schafft echtes Vertrauen und sorgt für Transparenz.

Ein besonders eindrücklicher Fall: Eine Patientin hatte zahlreiche Komposit-Restaurationen im Frontzahnbereich. Wir waren beide zögerlich, was Veneers betrifft. Doch mit digitaler Simulation und gedruckten Präparationsschablonen konnten wir ihr konkret zeigen, was nötig wäre – sie hat es sofort verstanden und sich dafür entschieden. Das zeigt, was digitale Planung leisten kann.

Q: Wie haben Sie Ihr Team an den digitalen Workflow herangeführt?

A: Das lief überraschend einfach. Ich bin selbst kein „Digital Native“, aber wenn ich Spaß daran habe und meine deutlich jüngeren Assistenten sehen, wie ich damit arbeite, dann sind sie auch motiviert. In betreuten Masterarbeiten konnten wir zeigen, dass bereits nach fünf bis zehn Anwendungen alle ein gutes Niveau erreichen – mit oder ohne Vorerfahrung. Wichtig ist, frühzeitig zu begleiten.

Q: Haben Sie einen Lieblingszahn?

A: Ganz klar: den oberen Molaren – anatomisch wie funktionell eine spannende Herausforderung.

Q: Und was machen Sie, wenn Sie nicht in der Praxis sind?

A: Ich rudere schon seit meiner Zeit in Essen. Und ich laufe gern. Kürzlich bin ich mit meiner jüngsten Tochter den Karwendelmarsch gelaufen: 35 Kilometer, 1.400 Höhenmeter. Meine mittlere Tochter hat die 52-Kilometer-Strecke gemacht – die bin ich zwei Jahre vorher gegangen.

Q: Und zuletzt: exocad in einem Wort?

A: Innovativ.

Image Bio Dr. Axel Zöllner

 

Dr. Axel Zöllner studierte Zahnmedizin an der Universität Witten/Herdecke und absolvierte postgraduale Weiterbildungen in Kapstadt (Oralchirurgie), Bern (Parodontologie und Prothetik) sowie Harvard (Implantologie). Heute leitet er das International Institute for Dental Education and Research, das er auch ins Leben gerufen hat, wo er seine Expertise – insbesondere im Bereich implantatgetragener Prothetik – national wie international weitergibt. Die neuesten Technologien integriert er konsequent in den klinischen Alltag. Folgen Sie seiner Praxis auf Facebook oder Instagram.


von Caitlan Reeg
Texterin bei exocad

Caitlan Reeg verbringt ihre Tage damit, der Welt von den Innovationen erzählen, die ihre Kollegen entwickeln. Gesundheitsthemen, Technologien und die Art und Weise, wie diese beiden Bereiche ineinandergreifen, um unser Leben zu verbessern, begeistern sie. Früher hat Caitlan als Journalistin bei Dow Jones Newswires in Frankfurt und beim nationalen öffentlichen Radiosender Marketplace in Los Angeles gearbeitet.

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