Die lange Geschichte von exocad und Amann Girrbach
Die digitale Zahnheilkunde entwickelt sich kontinuierlich weiter – ständig gibt es neue Innovationen, die Workflows Tag für Tag schneller und komfortabler machen. Einige Akteure in der CAD/CAM-Welt sind seit den ersten Entwicklungsschritten dabei, so zum Beispiel Falko Noack, Vice President Research and Development bei Amann Girrbach. Falko erinnert sich noch gut an die Anfänge der digitalen Zahnheilkunde und sogar an die Geburtsstunde von exocad. In diesem exoBlog sprechen wir mit Falko über seinen Werdegang, die Zusammenarbeit von Amann Girrbach mit exocad und darüber, was ihn beruflich und privat motiviert.
Q: Wie sind Sie zur Zahnheilkunde gekommen?
A: Nach dem Schulabschluss wollte ich zunächst einen Beruf erlernen. Auf die Zahntechnik bin ich eher zufällig gestoßen. Nach meinem ersten Tag wusste ich: Das ist genau das, was ich machen möchte! Mit unterschiedlichen Geräten arbeiten, verschiedenste Materialien einsetzen und dabei handwerklich tätig sein – großartig. Später habe ich Zahntechnik studiert, um die Hintergründe zu verstehen, mit dem klaren Ziel, in die Entwicklung zu gehen und die Zukunft der Zahnheilkunde ein Stück weit mitzugestalten.
„Vor zwanzig Jahren war die Branche noch weitgehend analog geprägt. Die Digitalisierung, die wir heute in allen Bereichen erleben, ist beispiellos.“
Q: Sie sind seit fast zwei Jahrzehnten bei Amann Girrbach tätig. Wie haben Sie die Entwicklung der Dentalbranche in dieser Zeit erlebt?
A: Ich hatte das Glück, in einer Phase einzusteigen, als die Dentalbranche wohl ihre größte Transformation überhaupt durchlief. Es war eine Zeit unglaublichen Pioniergeistes. Vor zwanzig Jahren war die Branche noch weitgehend analog geprägt. Die Digitalisierung, die wir heute in allen Bereichen erleben, ist beispiellos. Vor allem die Herstellung von Prothesen hat sich in den letzten 20 Jahren nach und nach auf digitale Technologien verlagert. Heute gibt es für fast alle denkbaren prothetischen und therapeutischen Anwendungen digitale Fertigungsverfahren.
Q: Wie waren Ihre ersten Erfahrungen mit exocad?
A: Mein erster Kontakt mit exocad... daran erinnere ich mich noch sehr genau. Ich traf Till – der später CEO von exocad wurde – und Maik – heute CTO – in einem kleinen Raum auf dem Campus des Fraunhofer Institute for Computer Graphics Research (IGD), noch bevor exocad gegründet wurde, etwa im Jahr 2009. Sie hatten gerade den ersten Prototyp ihrer Software DentalCAD fertiggestellt. Die Atmosphäre war unglaublich dynamisch, voller Offenheit und Motivation, etwas Besonderes für die Dentalbranche zu schaffen. Man konnte sich dem kaum entziehen. Wenige Tage später beschlossen wir, gemeinsam den ersten virtuellen Artikulator zu entwickeln – und was soll ich sagen: Wir haben es einfach gemacht. Es folgten Hunderte gemeinsamer Projekte, große und kleine. Bis zum heutigen Tag ist unsere Beziehung von einer direkten Kommunikation und schnellen Entscheidungen geprägt. Das ist wirklich etwas Besonderes.
„Kurz gesagt: Wir fräsen, was mit exocad designt wird. Einfach und problemlos.“
Q: Welche Rolle spielt exocad bei der Entwicklung der technologischen Innovationen von Amann Girrbach?
A: Abgesehen von Innovationen im Bereich der Materialien gibt es meist einen sehr direkten Zusammenhang. Da wir bei unseren Entwicklungen immer in funktionierenden Workflows denken, ist eine enge Abstimmung notwendig – und die findet statt. Kurz gesagt: Wir fräsen, was mit exocad designt wird. Einfach und problemlos. Damit das für unsere gemeinsamen Anwender so reibungslos funktioniert, ist im Hintergrund viel Detailarbeit nötig. Ohne das geht es nicht.
Q: Auf der IDS 2025 hat Amann Girrbach den Ceramill Matron vorgestellt. Wie kommt diese Neuentwicklung bei den Kunden an, insbesondere in Laboren, die mit exocad arbeiten?
A: Ja, die IDS 2025 war für uns wirklich großartig. Es scheint, dass wir mit Ceramill Matron ins Schwarze getroffen haben. Neben den Standardanwendungen für eine Hybridmaschine mit Wechsler schätzen die Kunden vor allem die Metallverarbeitung, wie CoCr und Titan, und die präzise Herstellung implantatgetragener Restaurationen. Auch auf die Benutzerfreundlichkeit haben wir großen Wert gelegt. Eine einfache und intuitive Bedienung sorgt dafür, dass sich jeder Anwender mit der Maschine wohlfühlt. Das ist der Grund, warum die Kunden sie lieben.
Q: Was ist Ihr persönliches „Hero-Tool“, das Sie zu einem Helden der digitalen Zahnheilkunde macht?
A: Was hilft mir, gut zu sein in dem, was ich tue? Ich höre den Anwendern aufmerksam zu, verstehe ihre Probleme und denke über Lösungen für sie nach. Es geht nie um mich. Wenn Sie so wollen, sind meine Werkzeuge das Zuhören und das Verstehen und ein 100%iger Fokus auf die Zahnheilkunde. Es ist eigentlich ganz einfach.
Q: Was steht als nächstes auf der Roadmap von Amann Girrbach in Bezug auf Software-Integration oder die Zusammenarbeit mit exocad?
A: Wir arbeiten derzeit gemeinsam an vielen Themen im Bereich implantatgetragener Restaurationen – zum Beispiel am überarbeiteten Abutment-Modul mit verbesserter Funktionalität für diesen Bereich. Außerdem entwickeln wir den Split-Steg für das Design und die Herstellung von steggetragenen Konstruktionen, die wir bald auf den Markt bringen werden. Natürlich gibt es viele Projekte in der Pipeline für die nächsten ein bis zwei Jahre, aber darüber möchte ich noch nicht sprechen. Langweilig wird es jedenfalls nicht.
Q: Was ist Ihre Leidenschaft außerhalb der Zahnheilkunde?
A: Offroad-Sport und Outdoor-Aktivitäten.
Q: Welcher Song steht ganz oben auf Ihrer Playlist?
A: Sam Fender: „Wild Grey Ocean”.
Q: Haben Sie einen Lieblingszahn?
A: Der erste obere Molar. Als Zahntechniker war das mit Abstand mein Lieblingszahn zum Modellieren.
Falko Noack ist Vice President Research and Development bei Amann Girrbach und verantwortlich für Innovationen in der CAD/CAM-Technologie, Materialentwicklung und das Geräteportfolio. Als geprüfter Zahntechniker mit über acht Jahren praktischer Erfahrung studierte er Zahntechnik an der Hochschule Osnabrück und schloss mit dem Titel Dipl.-Ing. ab. Während seines Studiums arbeitete Falko an mehreren Forschungsprojekten zu Dentalmaterialien. Nach dem Abschluss kam er zu Amann Girrbach, wo er seine praktische und technologische Expertise in Forschung und Entwicklung einbrachte. Er verfügt über mehr als 25 Jahre Erfahrung in der Dentalbranche und teilt sein Wissen als internationaler Referent und durch zahlreiche Publikationen.

von Caitlan Reeg
Texterin bei exocad
Caitlan Reeg verbringt ihre Tage damit, der Welt von den Innovationen erzählen, die ihre Kollegen entwickeln. Gesundheitsthemen, Technologien und die Art und Weise, wie diese beiden Bereiche ineinandergreifen, um unser Leben zu verbessern, begeistern sie. Früher hat Caitlan als Journalistin bei Dow Jones Newswires in Frankfurt und beim nationalen öffentlichen Radiosender Marketplace in Los Angeles gearbeitet.