Aus Liebe zu Zähnen, Technik und Reisen

23. Juli 2025

Der Autodidakt Seth Potter erstellt digitale Dentaldesigns und hat es geschafft, seine Leidenschaft für Technik und Zahnheilkunde in einer vollständig ortsunabhängigen Karriere auszuleben. Seth begann seine Karriere als „Go-to-Tech-Guy“ in einem Boutique-Labor und ist heute exocad Independent Certified Trainer und Vollzeit-Remote-Designer. In diesem exoBlog erzählt er, wie er sein Business aufgebaut hat, welche exocad Funktionen er am meisten schätzt und welche Tipps er für Einsteiger in die digitale Zahnheilkunde hat.

Q: Wie sind Sie überhaupt zur Zahnheilkunde und schließlich zur digitalen Zahnheilkunde gekommen?

A: Ganz klar durch meinen Vater – er ist Zahnarzt. Schon als Kind durfte ich ihn auf Hilfseinsätzen begleiten, zum Beispiel in kleine Dörfer in der Dominikanischen Republik. Ich stand hinter ihm, während er Füllungen und Extraktionen machte. Diese praktische Erfahrung hat mich geprägt.

Nach meinem Highschool-Abschluss 2013 zog ich nach Alberta und begann meine Ausbildung am NAIT (Northern Alberta Institute of Technology), die ich 2015 abschloss. Danach arbeitete ich in einem kleinen Boutique-Labor ohne digitale Ausstattung. Da habe ich gesagt: „Hey, ich liebe Technik. Lasst uns das gemeinsam aufbauen.“ Ich richtete exocad ein, baute einen maßgeschneiderten PC, schulte das Team und wurde zum Go-to-Guy bei allen Technik- und Digitalfragen.

Q: Was hat den Anstoß für die Integration digitaler Workflows gegeben?

A: Ich war schon immer ein Tech-Nerd – Computer bauen, Gaming, all das. Genau zu der Zeit kam die digitale Zahnheilkunde auf, und ich wusste sofort: Das ist mein Weg. Ich sah, wie digitale Workflows die Branche revolutionieren könnten. Also habe ich bei meinem ersten Job im Labor direkt damit begonnen, diesen Bereich von Grund auf aufzubauen.

Q: Sie haben sich die Arbeit mit exocad selbst beigebracht – wie haben Sie das so schnell geschafft?

A: Ganz ehrlich? Reine Neugier und viele Stunden Arbeit. Damals gab es kaum Ressourcen, ich musste vieles selbst herausfinden. Zum Glück ist exocad sehr intuitiv, wenn man technisch versiert ist. Auch zehn Jahre später lerne ich noch ständig neue Features und verfeinere meine Techniken. Aber die frühe Selbstlernphase bildet mein Fundament.

„Ich wollte flexibel sein – hart arbeiten, aber danach auch einen Berg besteigen oder am Strand sitzen können, sobald ich den Laptop zuklappe.”

Q: Wie hat sich daraus eine Remote-Karriere entwickelt?

A: Der Wendepunkt kam 2020. Ich wollte immer schon Unternehmer sein. Ich liebte die Dentalbranche und exocad, aber nicht, 10 Stunden am Tag an einem Ort festzuhängen. Anfang 2020 reduzierte ich meine Arbeitszeit, um über den nächsten Schritt nachzudenken. Als im März alles stillstand, hatte ich noch mehr Zeit zum Planen. Im September setzte ich meinen Plan um.

Ich wollte flexibel sein – hart arbeiten, aber danach auch einen Berg besteigen oder am Strand sitzen können, sobald ich den Laptop zuklappe. So baute ich ein Remote-Design-Business von Grund auf. Ich gehörte zu den Ersten, die das Vollzeit machten – und dadurch gewann ich die Freiheit, zu reisen und von überall aus zu designen. Das hat meinen Lebensstil komplett verändert.

Q: Für andere, die daran interessiert sind, ihr eigenes Design-Business zu gründen: Wie haben Sie Ihren Kundenstamm aufgebaut?

A: Meine ersten Kunden kamen über Indeed-Stellenanzeigen. Ich bewarb mich bei Laboren, die CAD-Designer suchten – aber mein Anschreiben war eher ein Pitch: „Ich möchte nicht vor Ort arbeiten, aber ich kann euch remote unterstützen.“ Das öffnete Türen. Von da an lief vieles über Empfehlungen und Networking.

Pro-Tipp für Zahntechniker: Kooperiert mit Vertriebspartnern – also den Leuten, die Fräsmaschinen, 3D-Drucker oder exocad Lizenzen verkaufen. Viele bieten keine eigenen Design-Services an – so werdet ihr zur ersten Empfehlung für deren Kunden.

„Die drei für mich wichtigsten Funktionen – ich nenne sie die Heilige Dreifaltigkeit – sind „Szene als Mesh exportieren“, „Mesh hinzufügen/entfernen“ und „Meshs ausrichten“. Zusammen bieten diese Funktionen eine enorme Flexibilität.“

Q: Was sind Ihre Lieblingsfunktionen in exocad?

A:Die drei für mich wichtigsten Funktionen – ich nenne sie die Heilige Dreifaltigkeit – sind „Szene als Mesh exportieren“, „Mesh hinzufügen/entfernen“ und „Meshs ausrichten“. Zusammen bieten diese Funktionen eine enorme Flexibilität. Man kann Fälle überarbeiten, ohne von vorne zu beginnen – das spart Zeit und optimiert den Workflow.
Ein weiteres Highlight ist „Aus Szene laden“ in Kombination mit gespeicherten Zahn-Presets. Das ist ein echter Gamechanger im Hinblick auf das Wiederverwenden von Elementen und die Beschleunigung des Workflows.

Q: Wie sind Ihre Erfahrungen mit exocad Credits? Waren Sie in der Lage, die Ihnen monatlich zugeteilten Credits zu finden und zu nutzen?

A: Meine Erfahrung mit den Credits ist sehr positiv. Ich stelle fest, dass ich jeden Monat mehr Guthaben verbrauche. Im Mai hatte ich mein gesamtes Guthaben aufgebraucht. Daher finde ich es großartig, dass das Guthaben jeden Monat zurückgesetzt wird!

„Mein bester Ratschlag, wenn es um die KI-Services von exocad geht: Einfach loslegen! Sie erhalten jeden Monat kostenlose exocad Credits, also experimentieren Sie ruhig.“

Q: Haben Sie Tipps für Einsteiger, die Dienste wie TruSmile Video und von KI designte Kronen zum ersten Mal nutzen?

A: Mein bester Ratschlag, wenn es um die KI-Services von exocad geht: Einfach loslegen! Sie erhalten jeden Monat kostenlose exocad Credits, also experimentieren Sie ruhig. Öffnen Sie zwei Versionen der Krone, die Sie designen, und lassen Sie AI Design eine Version erstellen, während Sie parallel die andere selbst designen. Auch die anderen KI-Services TruSmile™ Video und TruSmile™ Photo und das Smile Creator Module kann ich empfehlen – sie machen einen riesigen Unterschied!

Q: Teilen Sie Ihre Tipps auch online oder in Tutorials?

A: Ja! Ich poste die meisten meiner Inhalte auf Instagram. Ich habe gerade die 3.000-Follower-Marke überschritten, was für eine Nische wie diese sehr ungewöhnlich ist. Die Resonanz ist super positiv. Die Leute sind so dankbar, und das motiviert mich, weiterzumachen.

Zu meinen beliebtesten Videos gehören meine Analyse zum Proximalkontakt (über 13.000 Aufrufe) und zum KI-gestützten Design. Besonders gut kommen Inhalte an, die echten Mehrwert bieten – z. B. kostenlose Cheatsheets im Austausch für einen Kommentar.

Seth erklärt, wie er exocad Credits zur Unterstützung seiner Designarbeit einsetzt.

Q:Was motiviert Sie zu Ihrem Engagement im Bildungsbereich?

A:Ein Motto, nach dem ich lebe: „Meine Arbeitsmoral spiegelt meine Dankbarkeit wider.“ Ich bin so dankbar dafür, wie die digitale Zahnheilkunde mein Leben verändert hat – und möchte anderen helfen, dasselbe zu erreichen. Ganz gleich, ob es darum geht, ein eigenes Unternehmen zu gründen, die Workflows zu verbessern oder einfach nur mehr Sicherheit im Umgang mit exocad zu erlangen, ich bin für alles offen.

Q: Haben Sie einen Rat für neue Benutzer von exocad, die sich überfordert fühlen?

A: Es ist völlig normal, sich unsicher zu fühlen! Aber nicht zu viel nachdenken. Fangt einfach an. Das Schwierigste ist die Hemmschwelle. Öffnet einen Fall, probiert Dinge aus, scheitert auch mal – so lernt man. Es ist wie beim Erlernen eines Instruments: Es braucht tägliche Übung. Bleibt neugierig, vertraut dem Prozess. Oder schreibt mir – ich helfe gern!

Q: Wenn Sie in die Zukunft blicken, was reizt Sie an der digitalen Zahnheilkunde am meisten?

A: Im Moment passieren so viele coole Sachen! Besonders spannend finde ich derzeit den 3D-Druck permanenter Restaurationen mit nanokeramischen Resinen. Vom Intraoralscan bis zur fertigen Restauration – schnell und kostengünstig. Das wird Zugänglichkeit, Zeitabläufe und Patientenerlebnis verändern.

Q: Was ist Ihr Hero-Tool?

A: Eindeutig das Tool „Aus Szene laden“. Es ist die Grundlage für so viele zeitsparende Tricks in meinem Arbeitsablauf. Wenn man es mit Presets kombiniert, kann man die Designzeit drastisch verkürzen. Das und natürlich meine „Heilige Dreifaltigkeit“. Alles bei mir dreht sich um Workflow-Optimierung!

Q: Haben Sie einen Lieblingszahn?

A: Ich liebe Backenzähne, sowohl die oberen als auch die unteren, aber ich würde sagen, der obere zweite Prämolar ist mein Favorit.

Q: Wenn Sie Ihrem jüngeren Ich einen Rat geben könnten, welcher wäre das?

A: Vertraue dem Prozess und genieße die Reise.

Q: exocad in einem Wort?

A: Freiheit.

Headshot Seth Potter

 

Seth Potter ist ein exocad Independent Certified Trainer und Remote-Designer aus Alberta, Kanada. Heute lebt und arbeitet er in Nord- und Südamerika. Mit seinem Unternehmen Dental Design Services bietet er Remote-Design und Schulungen an. Er nutzt die ortsunabhängige Arbeit, um im Sommer und Herbst in Kanada und im Winter in Südamerika zu leben. Seth nutzt die Vorteile seines Online-Geschäfts, um zu reisen und gleichzeitig in der Dentalbranche etwas zu bewirken. Schauen Sie auf seinem Instagram-Kanal vorbei für die neuesten Tutorials.


von Caitlan Reeg
Texterin bei exocad

Caitlan Reeg verbringt ihre Tage damit, der Welt von den Innovationen erzählen, die ihre Kollegen entwickeln. Gesundheitsthemen, Technologien und die Art und Weise, wie diese beiden Bereiche ineinandergreifen, um unser Leben zu verbessern, begeistern sie. Früher hat Caitlan als Journalistin bei Dow Jones Newswires in Frankfurt und beim nationalen öffentlichen Radiosender Marketplace in Los Angeles gearbeitet.

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